Häufige Erkrankungen: Wann zum Arzt, wann zu Hause bleiben?

Die Entscheidung, wann bei einer akuten Erkrankung ein Besuch in unserer Praxis notwendig ist, ist nicht immer einfach. Bitte beachten Sie daher unsere Hinweise zu den häufigsten Gründen, die zu einer Vorstellung führen.
Wichtiger Hinweis
Die folgenden Hinweise sind nur eine Hilfestellung und decken nicht jeden medizinischen Einzelfall ab. Daher liegt im Zweifelsfall die Verantwortung bei Ihnen, Ihr Kind einem Arzt vorzustellen, wenn Sie den Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung haben!
Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise zu Attesten und Regelungen für Wiederzulassung zu Schule und Kindergarten
Fieber
Fieber tritt bei Kindern häufig auf und wird meistens durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien verursacht. Entscheidend ist dabei nicht die Höhe des Fiebers, sondern vielmehr wie es Ihrem Kind dabei geht und was die Ursache des Fiebers ist.
Bei hohem Fieber sind die meisten Kinder schwach, müde und wollen nicht essen – dies bessert sich oft nach Gabe von fiebersenkenden Mitteln und nimmt nach Ende deren Wirkzeit wieder zu. Grundsätzlich können Sie dies in den meisten Fällen zunächst zu Hause geben und den Verlauf abwarten, der eigene Körper bekämpft viele Erkrankungen erfolgreich nach 2-3 Tagen.
Erbrechen & Durchfall
Auch Magen-Darm-Infektionen treten bei Kindern oft auf. Meist erbrechen die Kinder besonders am ersten (und zweiten) Krankheitstag oft, im Verlauf kommt es dann zu Durchfall, gelegentlich mit Bauchschmerzen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen kann man die Ursache der Erkrankung nicht behandeln, Stuhluntersuchungen sind daher selten sinnvoll.
Meist bessert sich das Erbrechen nach 1-2 Tagen, der Durchfall kann dagegen 1-2 Wochen anhalten. Medikamente gegen Erbrechen bringen meist keinen Vorteil, Medikamente gegen Durchfall können den Krankheitsverlauf sogar verschlechtern.
Husten & Schnupfen
Infektionen der oberen Atemwege sind die häufigsten Erkrankungen im Kindesalter und in den allermeisten Fällen durch Viren ausgelöst, die sich nicht durch Antibiotika behandeln lassen. Es ist dabei nicht selten, dass der Husten über mehrere Wochen anhält, was auch durch Medikamente kaum zu beeinflussen ist.
Pflanzliche Hustensäfte führen laut vielen Untersuchungen nicht zu einer schnelleren Heilung und sind daher verzichtbar, gleiches gilt für die Inhalation mit Kochsalzlösung.
Ohrenschmerzen
Ohrenschmerzen können als Begleiterscheinung bei Infektionen der oberen Atemwege auftreten, aber auch z.B. auf eine Entzündung des Mittelohrs oder des Gehörgangs hindeuten.
In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden von alleine nach 2-3 Tagen, auch eine Mittelohrentzündung heilt oft von alleine aus, auch ohne Gabe von Antibiotika.
Hand-Mund-Fuß-Krankheit
Die Hand-Mund-Fußkrankheit ist eine durch Viren ausgelöste Infektion, die bei Kindern (selten auch bei Erwachsenen) Fieber sowie schmerzhafte Bläschen im Mund, an Händen, Füßen und im Genitalbereich auslösen kann - allerdings zeigen 80% der Erkrankten gar keine Symptome. Die Flüssigkeit in den Bläschen ist sehr ansteckend. Zudem wird die Erkrankung über Speichel und Hände übertragen.
Eine gezielte Therapie gibt es nicht, schwere Komplikationen sind selten, allerdings kann es zum vorübergehenden Verlust von Finger- und Zehennägeln kommen. Nach Abklingen der Symptome können die Erreger noch wochenlang über den Stuhl ausgeschieden werden.
Bindehautentzündung
Bildet sich in den Augen weißliches oder gelbliches Sekret („Augen verklebt“), aber das Auge selbst bzw. die Bindehaut ist nicht oder nur wenig gerötet, dann handelt es sich oft nur um eine Reizung. Dies tritt häufig im Rahmen von Atemwegsinfektionen/Erkältungen auf, ohne dass es einer Therapie bedarf. Bei einer deutlichen Rötung ist eine Infektion möglich, die allerdings auch meist durch Viren und nicht durch Bakterien ausgelöst wird. Von daher ist eine Therapie mit Antibiotika nur selten nötig.
Auch eine Allergie kann Auslöser ähnlicher Symptome sein.
Kopfläuse
Wenn Sie bei ihrem Kind einen Befall mit Kopfläusen feststellen, behandeln Sie dies mit einem in Apotheken frei verkäuflichen Medikament.
Außerdem müssen Sie Schule oder Kindergarten laut Infektionsschutzgesetz über die Erkrankung informieren.

